17. Magdeburger Drachenbootfestival – Nachlese

Am Wochenende war es wieder Zeit für das Magdeburger Drachenbootfestival am idyllisch gelegen Salbker See. Leider kann man dieses tolle Wochenende nicht einfach mit ein paar Zeilen abtun, deshalb hier der ausführliche Bericht.

Nachdem das Gepäck mit großer Puzzelarbeit und kleinen Diskussionen (viele Köche…) verstaut war, konnte die Reise losgehen.

In Magdeburg trafen wir dann auf unsere lieben Freunde und Mittpaddler der Riesendrachen, um für das Wochenende eine schlagkräftige und feierfeste Renngemeinschaft zu bilden: Die Riesenlöwen.

Außerdem adoptierten wir noch einen einsamen “Bullen”, der sich fest vorgenommen hatte, uns zu unterstützen und natürlich gerne aufgenommmen wurde. Nur in den Teamnamen hat er es aus Platzgründen leider nicht geschafft.

Das Kennenlernen aller ging zügig vonstatten, die Zelte waren schnell aufgebaut und eh man sich versah, floss auch schon das erste isotonische und motivierende Gerstengetränk aus der Zapfanlage. Doch der Freitag war verflucht: Der Pavillion musste wegen akutem Stangenmangel gekürzt werden, es fehlte an ausreichend Dönern und gezapft werden konnte nur Schaum.

Natürlich hielt das die erfahrenen Sportler nicht von ihrer guten Laune ab, so dass viele sich bis tief in die Nacht mit intensiven Vorbereitungsübungen für die Rennen befassten. Auch eine zur späten Stunde verschwundene Paddlerin unserer Zeltnachbarn fand sich ganz automatisch irgendwann bei uns ein, was sicherlich an der allgemein guten Stimmung unter unserem Pavillon lag. Ende gut, Alles gut.

Samstag:

Nach einer mehr oder weniger kurzen Nacht starteten alle mit einem ausgezeichnet organisierten Frühstück. Die Riesendrachen hatten an alles gedacht, nur der Strom war gelegentlich, aufgrund der vielen Kaffeetrinker, Mangelware.

Anschließend ging es dann mit Umziehen und Aufwärmen weiter, bevor die Aufstellung nach dem noch neuen Prinzip Erst-Links-Dann-Rechts bekanntgegeben wurde. Das hat Potential.

Beim Warmfahren konnten wir uns dann erstmalig mit dem erhöhten Schwierigkeitsgrad durch Kraut vertraut machen, welches die Magdeburger sicherlich extra züchten, um den Wettkampf spannend und anspruchsvoll zu gestalten. Aber auch hier gilt wieder: Erfahrene Sportler sind durch nichts zu verunsichern.

Anschließend Starter begrüßen, einschwimmen, und dann ging es los…200m Mixed.

Are you ready, attention, huuuuuup.

Nach heldenhaften 49,837 Sekunden hatten wir das erste Rennen auf Platz 2 beendet und wie immer war spätestens jetzt die Motivation und der Drache in jedem geweckt.

Ein wenig später folgte das erste Frauenrennen des Teams Riesenlöwen Women – Eine pfeilschnelle Mischung mit Damen der Riesendrachen, der Löwen und des KC Hameln. Angetrieben von der noch unbekannten Trommlerin Michaela und der bärtigen Steuerfrau mit unbekanntem Namen folgte der Sieg im 1. Wertungslauf mit einer Zeit von 53.751.

Foto mit Trommler(in) Micha(ela)

Durch kleine Optimierungen im Betriebsablauf und klare Ansagen,sowie eine gesunde Konzentration, konnten wir den zweiten Mixed-Vorlauf mit einer 49.672 gewinnen. Das Boot lief wunderbar und es zeichnete sich so langsam ab, was keiner so wirklich für möglich gehalten hatte….

Aber erstmal waren wieder die Damen der Schöpfung dran und sie zeigten, dass der Sieg im ersten Wertungslauf keine Eintagsfliege war. Mit einer sauberen Technik und viel Willen paddelten sie zum zweiten Sieg bei den Frauen. Eine wirklich klasse Leistung!

In der Rennpause am Nachmittag zog ein kleiner Regenschauer über das Gelände. Trotz der Affinität für Wasser ließen es sich die meisten nicht nehmen unter Schirmen, Pavilons oder in Dixis zuflucht zu suchen und auf die Sonne zu warten. Es sollte der einzige Regen an einem sonst sehr angenehmen Wochenende bleiben.

Durch zwei sensationelle Zeiten kam es anschließend im Halbfinale Premium (!) darauf an unter die ersten 3 zu kommen, um sich für das große Finale zu qualifizieren. Die Gegner waren, wie üblich in dieser Klasse, schon eine Weile dabei und daher auch entsprechend stark einzuschätzen. Trotz sicherlich vorhandener Aufregung lief das Rennen unglaublich gut und endete mit einem Sieg in den altbekannten 49,837 Sekunden!

Finale Premium! Puhh. Um ca. 17:15 Ortszeit war es dann soweit. Auf eine kurze Motivationsrede folgte das Boarding, anschließend zum Start paddeln, Einschwimmen, Konzentration und ab dafür. Nach einem spannenden Rennen war die Unsicherheit erstmal groß. Platz drei vier und fünf lagen so dicht beieinander, dass nicht zu erkennen war welcher Platz es am Ende geworden ist. Somit freuten sich alle auf die Siegerehrung aber Magdeburg wäre nicht Magdeburg ohne die Salbker Meile.

Mit einem neuen Steuermann und einem angepassten Kurs ging es dann im letzten Lauf des Tages auf die leicht abgeänderte Meile. Zuerst vom Start bis zur ersten Wende im Ziel, anschließend vorbei an vielen Krautfeldern in eine kleine Bucht zur zweiten Wende und wieder zurück zum Ziel. Unsere Gegner wurden dabei fachgerecht durch die pinke Leggins des Steuermannes verwirrt, um sich nicht so sehr auf das Kraut zu konzentrieren und die eine oder andere Sekunde liegen zu lassen.

Auch nach diesem Rennen stiegen alle mit einem guten Gefühl aus dem Boot und es gab endlich das wohlverdiente Essen vom Grill, Brötchen und tolle Salate.

Langsam aber sicher fanden sich alle Paddler zur Siegerehrung ein und es ging mit einer Überraschung los: Platz 5 auf der Salbker Meile in einer Zeit 4:53.570 brachte das erste Mal alle zum Strahlen. Die Strapazen hatten sich also gelohnt.

Anschließend waren die Damen dran, die nach zwei Siegen in den Wertungsläufen den ersten Platz holten und sich für die doppelte Anstrengung selbst belohnten. Mit erhobenen Stimmen ging es durch ein Tunnelspalier zur Bühne um den Pokal in Empfang zu nehmen.

Spannend wurde es dann bei der Bekanntgabe der 200m Ergebnisse im Premium Mixed. Das Finale wurde aufgerufen: Platz 6, Justiz Drachen (Puhh, sind wir nicht), Platz 5, Partyflotte (Beunruhigung machte sich breit…), Platz 4, KC Hameln United (Haben die uns vergessen? Nee…kann nicht sein).

Und dann war es soweit: Platz 3: Riesenlöwen Mixed. Ein Jubel ging durch die Menge, ein paar Ungläubige mussten noch am Bierstand abgeholt werden und dann ging es los auf die Bühne, um den Pokal entgegenzunehmen. Große Klasse!

Da es jetzt ausreichend Gründe zum Feiern gab, ging es anschließend – zur Party -, welche von einigen Teamkameraden auch bis zum Ende besucht wurde. Selbst nachdem die Musik schon viel zu früh am Morgen beendet worden war, traf sich der harte Kern noch zur Besprechung der Rennen und anderer Themen am Zelt. Als sich der Horizont dann aufhellte, entschlummerten allerdings auch die letzten um für die Rennen am Sonntag noch Kraft zu tanken.

Sonntag:

Etwas gemächlicher als am Samstag gestaltete sich das Aufstehen am Sonntagmorgen, bis sich herausstellte, dass die Rennen vorverlegt wurden und wir die große Ehre haben, am ersten Lauf des Tages teilzunehmen. Also Kaffee vernichet, Paddel geschultert und ab gings zum Aufwärmen.

Der Modus wurde aus Krautgründen leicht geändert und so fuhren wir die 500m als 2×200 mit Wende. Einmal links- und einmal rechtsherum in zwei Läufen. Auch hier ging die Luzi richtig ab und am Ende stand in der Addition ein sehr knapper 6. Platz in 4:08,767 Minuten zu Buche.

Nach der Siegerehrung machten sich dann alle nach einer tränenreichen Verabschiedung auf den Weg nach Hause. Und wenn sie nicht angekommen sind, dann fahren sie noch heute…

Vielen Dank noch einmal an alle Riesendrachen, den einsamen Bullen, die freundlichen Damen vom KC Hameln, unsere Zeltnachbarn und nicht zuletzt an alle Löwen für das tolle Wochenende. Ein Glückwunsch auch an alle Gewinner und Platzierten, es war ein Fest. Und Uwe, der war auch dabei!

Wer Ironie findet, darf sie behalten.

Bis zum nächsten Mal,
eure Michaela

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